Ich weiß noch, wie ich ihn zum ersten Mal sah.
Er war gerade geboren, ich stand am Anfang meiner Ausbildung. Ein Blick auf diesen kleinen Hengst und ich wusste: Er ist es! Er wird mich auf meinem Weg begleiten. Fast 20 Jahre hat er genau das getan. Mein Herzenspferd, mein Partner, mein Begleiter und mein größter Lehrmeister.
Ein Hengst, wie ich ihn nie wieder erlebt habe.
Macho war etwas ganz Besonderes. Erhaben, majestätisch, kraftvoll und gleichzeitig voller Güte. Er war der Leader, der alles überblickte. Ein Wächter, dem nichts entging. Er musste sich nicht in den Mittelpunkt drängen, um wahrgenommen zu werden. Er war einfach präsent. Mit all seinen Sinnen. Wer ihm in die Augen schaute, konnte sich seiner Ausstrahlung kaum entziehen. Diese unglaubliche Stärke, gepaart mit so viel Weichheit und Herz.
Seinen Humor habe ich übrigens geliebt! Macho hielt nämlich herzlich wenig von Halftern. Angebunden zu sein fand er sowieso ziemlich überflüssig. Wenn ich ihn mal kurz stehen ließ, um etwas zu holen oder wegzubringen, konnte ich fast darauf wetten, dass er sich in der Zwischenzeit wieder ausgezogen hatte.Egal, wie ich das Halfter befestigte, irgendwie bekam er es immer ab! Das war typisch Macho. Er hatte seinen eigenen Kopf, unglaublich viel Charakter und dabei so viel Herz.
Wir haben einfach alles gemacht!
Halsringreiten, Freiarbeit, Turniere, Shows, Wanderritte, Springen und unzählige Stunden im Gelände. Wir haben so unglaublich viel miteinander erlebt! Viele Jahre standen wir gemeinsam vor der Kamera. Fotografen begleiteten uns, hielten unsere gemeinsamen Momente fest und fingen diese besondere Verbindung zwischen uns ein. Es gibt Aufnahmen von uns, die ich heute noch genauso liebe wie damals. Dieses Vertrauen zwischen uns war etwas ganz Besonderes. Manchmal reichte eine kleine Bewegung, ein Blick, ein Gedanke. Wir waren ein Team.
Mein größter Lehrmeister
Macho hat mir unglaublich viel beigebracht. Respekt, Verständnis, Führung und Kommunikation. Vor allem aber Vertrauen und Geschehenlassen.
Nicht immer alles kontrollieren zu wollen. Ihm zu vertrauen, seinen Entscheidungen Raum zu geben und gemeinsam Dinge entstehen zu lassen. Er war mein Mentor, mein Partner und über all die Jahre ein fester Bestandteil meines Lebens. Vieles von dem, was ich heute in meiner Arbeit mit Pferden und Menschen lebe, hat er entscheidend mitgeprägt.
Für immer ein Teil meines Weges: Wenn ich heute an Macho denke, sehe ich ihn sofort vor mir. Diesen wunderschönen, stolzen Hengst mit seiner unglaublichen Ausstrahlung, seinem großen Herzen und diesem ganz besonderen Blick. Ich bin unendlich dankbar für unsere gemeinsame Zeit. Für all die Abenteuer, die lustigen Momente, die Herausforderungen und für alles, was ich durch ihn lernen durfte. Er hat mich vom Beginn meiner Ausbildung an begleitet und mich zu einem großen Teil zu der Trainerin gemacht, die ich heute bin.











